Eisenbahnen - Eigene Modelleisenbahnanlage

Die Geschichte meiner Modelleisenbahnanlage beginnt schon sehr früh - so bekam ich zu meinem dritten Geburtstag von meinem Onkel meine erste Eisenbahnanlage geschenkt. Damals beschränkte sich der Aufbau auf die Weihnachts- und Vorweihnachtszeit. Dabei handelte es sich um eine zirka 150cm x 70cm große Anlage, gestaltet als eingleisige Hauptbahn. Einzige Kreuzungsmöglichkeit für Züge war der Bahnhof Moorbach, wo sich maximal drei Züge aufhalten konnten. Es existierte außerdem noch ein Anschlußgleis zum einem Sägewerk. Die wesentlichen Gleisanschnitte konnten stromlos geschaltet werden, wobei die Steuerung über Relais, Formsignale oder Taster erfolgte.

Zustand meiner Eisenbahn um 1983 Mitte der achtziger Jahre platzte diese Eisenbahnanlage aus allen Nähten. So beschlossen meine Familie und ich einen kompletten Neuanfang. Mit dem Weihnachtsfest 1983 konnte, wieder unter Führung meines Onkels, der Aufbau einer neuen Modelleisenbahnanlage "abgeschlossen" werden. Die Anlage hatte nun schon die Ausmaße von 225cm x 115cm. Dabei wurde die Anlage klappbar mit einem Metallgerüst verbunden um sie im Sommer platzgünstig zu verstauen. Dieses Metallgerüst bietet auch noch die Grundlage meiner heutigen Modelleisenbahnanlage. Ausgelegt war die Eisenbahn als eine 2-gleisige Hauptbahn mit 1-gleisig abzweigender Nebenbahn im Mittelgebirge, das wohl gebräuchliste und am häufigsten verwendete Motiv auf Modellbahnanlagen. Diese Eisenbahn verfügte bereits über drei Ebenen, wobei eine einfache Stellmöglichkeit im Tunnel existierte. Insgesammt konnten nun auf dieser Eisenbahnanlage bis zu 6 Züge verkehren.

Zustand meiner Eisenbahn um 1990 Nach einem Umzug im Jahre 1989 wurde die Anlage stark bschädigt, so daß wir (meine Familie und ich) uns für einen kompletten Neuaufbau entschieden. Durch die Wendejahre konnten meine Eltern nicht mehr die erforderliche Zeit aufbringen, so daß ich nun, im Alter von 12 Jahren, allein mit dem Bau der Eisenbahn betraut war. Als Motiv wählte ich erneut eine 2-gleisige Hauptbahn mit abzweigender 1-gleisiger Nebenbahn. Die ersten Entwürfe sahen eine Eisenbahnanlage mit 3 Ebenen vor, wobei die unterste Ebene für einfache Schattenbahnhöfe konzipiert war. Ursprünglich besaß dafür jedes Richtungsgleis, sowie die Nebenbahn, jeweils ein Haupt- und ein Ausweichgleis. Leider konnten zu damaliger Zeit die Ausmaße von 225cm x 115cm nicht erweitert werden, und blieben so auf diesen Raum beschränkt.

Diese Konzept bildete lange Zeit die Grundlage für meine letzte vorhergehende Modelleisenbahnanlage. Damals (1995) wurde der Schattenbahnhof auf 8 Gleise ausgebaut (statt 6). Durch den so gewonnenen Platz konnten auf der Anlagen zusätzliche Abstellgleise gewonnen werden, wodurch der alte Abstellbereich mit einer kleinen Stadt ausgeschmückt werden konnte. Durch die Verlegung von Gleisen aus der Mitte der Anlage konnte so überhaupt mehr Platz für die Gestaltung gewonnen werden.

Zustand meiner Eisenbahn um 1999 Nach über 2 Jahren befand sich durch ständiges An- und Abbauen dieser Erweiterungsteil jedoch in einem schlechten Zustand, wobei ich mich erneut für eine völlige Neukonstruktion entschloß. In den Monaten zwischen November 1997 und Mai 1999 erfuhr die Eisenbahn wohl die nun größten Umbaumaßnahmen. Weichentrassen wurden teilweise komplett verlegt und neu geplant, der Schattenbahnhof auf eine Kapazität von 13 Zügen ausgebaut und auch die Nebenbahn wurde verlängert. Die maximale Zuglänge beträgt auf der Hauptbahn inzwischen 1,50m, wobei leider nur ein Gleis diese Länge erreicht. Trotz des beschränkten Platzes müssen die meisten Züge jedoch kürzer als 1m sein. Damit sind trotz stark beschränktem Platzes doch die Züge zumindest ein wenig realistischer.

Danach wurde es ruhig um neue Umbauten - nur eine Gleistrasse im Bahnhof wurde ersetzt, da das Gleismaterial an dieser Stelle ermüdet war. Außerdem erfolgte im Oktober 2000 noch die Inbetriebnahme eines neuen Bahnbetriebswerkes mit weiterten Abstellmöglichkeiten. Dabei wird der jetzige Zustand der sicherlich letzte sein, obwohl er inzwischen immerhin auf eine Größe von 300cm x 150cm gewachsen ist. Doch die Erweiterungsmöglichkeiten sind erschöpft und das alte DDR-Gleismaterial nicht mehr das Beste. Die Planungen für eine in neue Anlage haben jedoch bereits begonnen. Das Motiv wird jedoch wiederum eine 2-gleisige Hauptbahn mit 1-gleisiger abzweigender Nebenstrecke im Mittelgebirge sein, wobei die Hauptstrecke diesmal elektrifiziert werden soll.

Aktuelle im Bau befindliche Anlage Seit Anfang 2005 befindet sich nun eine neue Eisenbahnanlage im Bau. Die Dimensionen sind gegenüber den älteren Versionen gewaltig, immerhin handelt es sich um eine innen begehbare, mittels Brückenkonstruktion verschlossene U-Form mit den Außenmaßen 460cm x 220cm. Die Kritiker werden schmunzeln, wenn auch diesmal das Thema «zweigleisige Haupt- mit abzweigender Nebenbahn» lautet, die Umsetzung erreicht diesmal jedoch andere Größenordnungen. Allein die Schattenbahnhöfe bieten nunmehr 43 Gleise und damit ebenso vielen Zuggarnituren Platz. Die Regelzuglänge auf der Hauptbahn beträgt für TT beachtliche 2m, d.h. jeder gefahrene Zug kann eine Länge von 2m erreichen, die max. Zuglänge beträgt theoretisch über 3m. Auch wird nicht mehr im Kreis gefahren, sondern im sogenannten Hundeknochenprinzip, d.h. aus Sicht des Bahnhofes kommt ein Zug zunächst aus der Richtung wieder, in welcher er den Bahnhof verlassen hat.
Auch wenn weiterhin analog gefahren wird, so erfolgt die Schaltung der unzähligen Relais, Weichen, Signale und Lämpchen digital mit Computerunterstützung. Dass ein solches Mammutprojekt seine Zeit benötigt, versteht sich von selbst, weshalb die es unter Aktuelles hin und wieder einige Neuigkeiten beim Bau gibt.

Eine zeitliche Einordnung für die Modellbahnanlagen kann nur schwer getroffen werden. Jede der gebauten Die Anlagen ist jeweils zwischen den Epochen 3 bis 4 bzw. später auch bis zur Epoche 5 zu finden, wobei auch die wichtigsten Züge in diesen Epochen verkehren. Doch manchmal verirrt sich auch ein Zug oder Ausgestalltungsdetail aus Epoche I oder II auf die Anlage, gedacht als museal erhaltener realistischer Betrieb oder als déjà-vu der Zeitgeschichte ...